April, April

Der weiß nicht, was er will.
Bald lacht der Himmel klar und rein,
Bald schau’n die Wolken düster drein,
Bald Regen und bald Sonnenschein!
Was sind mir das für Sachen,
Mit Weinen und mit Lachen
Ein solch‘ Gesaus‘ zu machen!
April! April!
Der weiß nicht, was er will.

O weh! O weh!
Nun kommt er gar mit Schnee!
Und schneit mir in den Blütenbaum,
In all den Frühlingswiegentraum!
Ganz greulich ist’s, man glaubt es kaum:
Heut‘ Frost und gestern Hitze,
Heut‘ Reif und morgen Blitze;
Das sind so seine Witze.
O weh! O weh!
Nun kommt er gar mit Schnee!

Hurra! Hurra!
Der Frühling ist doch da!
Und kriegt der rauhe Wintersmann
Auch seinen Freund, den Nordwind, an
Und wehrt er sich, so gut er kann,
Es soll ihm nicht gelingen;
Denn alle Knospen springen,
Und alle Vöglein singen.
Hurra! Hurra!
Der Frühling ist doch da!

Heinrich Seidel (1842-1906)

April, April, von wegen… Seit dem 9.3.2020 hat es nicht mehr geregnet, abgesehen von ein paar Tropfen am Ostermontag. Der nicht vorhandene Winter ist direkt in den Sommer übergegangen. Vor allem jetzt, wo die Vegetation den Regen dringend braucht, bekommen wir wieder die brandenburgische Vorsommertrockenheit und die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren. Über ewigen Sonnenschein kann ich mich schon lange nicht mehr freuen. Wenn man sich täglich (beruflich) damit beschäftigen muss wie Kleingewässer, Feuchtgebiete und Moore verschwinden aufgrund der sinkenden Grundwasserstände, vergeht einem leider die Freude an „schönem Wetter„.

Und für unseren Ponyhof bedeutet das, dass das geplante Weidemanagement aus den Fugen gerät, weil aktuell nichts mehr wächst und beginnt zu vertrocknen. Geplant war eigentlich, bestimmte Flächen zu mähen. Zum Einen um das Mahdgut als Heu für den Winter einzulagern und zum Anderen als Pflegeschnitt, um unbeliebte Kräuter einzudämmen. Aktuell sieht es aber eher danach aus, dass wir weiterhin Heu zufüttern müssen und keine Rücklagen für den nächsten Winter oder weitere Investitionen bilden können. Die Flächen brauchen wir komplett als Weide, eine Mahd scheint aktuell nicht mehr realistisch. Man kann sich jetzt schon ausrechnen, wie sich das insgesamt auf den Heupreis auswirken wird, wenn wir im dritten Jahr in Folge ein Dürrejahr haben…

Folgende Grafik zeigt die Auswertung der Jahresmittelwerte der Temperatur der Klimastation Potsdam. Die Daten können beim DWD runtergeladen werden. Die Linie zeigt den langjährigen Mittelwert von 8,9°C.

Die wärmsten Jahre waren:

  • 2019 = 11,3°C
  • 2018 = 11,2°C
  • 2014 = 10,9°C
  • 2015 = 10,7°C

Bei der Darstellung der Niederschlagssummen ist kein eindeutiger Trend erkennbar. Da sich in der Summe der Wechsel von langen Dürreperioden mit Starkregenereignissen nicht in Jahreswerten darstellen lässt. Insgesamt nehmen jedoch die Extremwetterereignisse zu. Wenn der Boden nach zwei Monaten Dürre ausgetrocknet ist und dann ein Gewitter mit Überschwemmung folgt, kann das Wasser nicht aufgenommen werden. Was wir bräuchten ist ein schöner, gleichmäßiger Landregen über zwei, drei Tage.

Das langjährige Mittel liegt für die Station Potsdam bei 587mm und die trockensten Jahre waren:

  • 2018 = 346mm
  • 1976 = 377mm
  • 1982 = 397mm
  • 1999 = 406 mm

Ich hoffe jeden Tag, dass es bald regnet!!

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