„Wildschaden“?

Bei uns haben Wildschweine ein paar Quadratmeter Weide umgepflügt….

Aber ist das gleich ein „Wild-Schaden“? So werden Wühlspuren von Wildschweinen in der Regel wahrgenommen. Ich sehe darin vielmehr die Chance für mehr Artenvielfalt auf der Weide. Vor allem vermooste und/oder vergraste Weiden werden oberflächlich ein wenig aufgewühlt und bieten neuen Pflanzenarten gute Keimungsbedingungen. Insbesondere jetzt im Herbst, wenn es regelmäßig regnet, aber noch warm genug für Pflanzenwachstum ist. Diese Stellen werden bald von selbst wieder zugewachsen sein, da man immer einen großen Samenvorrat im Boden hat.

Bei uns wäre es auch so kein großer Verlust, wenn 20 Quadratmeter Grünland von den Wildschweinen umgegraben werden – bei über acht Hektar Weidefläche. Wildschweine gehören zur Natur, ihre Spuren sind ein kleines Stück Wildnis und wir haben schon so wenig natürliche, dynamische Prozesse in unserer Kulturlandschaft, in der alles vom Menschen geregelt und auf Kante geschnitten ist.

Und ich habe – trotz Samenvorrat im Boden – die Chance ergriffen, der Artenvielfalt auf unseren Weiden noch ein wenig mehr auf die Sprünge zu helfen. Ich habe regiozertifiziertes Saatgut in die frischen, offenen Bodenstellen verteilt.

Wenn man seine Flächen naturschutzfachlich aufwerten will, sollte man definitiv auf Selbstbegrünung und Pioniervegetation setzen. Und wenn man schon unbedingt nachhelfen will, sollte man nur gebietsheimisches Saatgut verwenden. In Brandenburg stehen dafür drei Anbieter zur Verfügung: Rieger-Hoffmann, Saaten Zeller und Nagola Re.

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