Nisthilfen

Künstliche Nisthilfen für Insekten, Vögel oder Fledermäuse können Lücken in unseren Ökosystemen schließen und manchen Arten helfen in unserer Kulturlandschaft zu überleben.

Ein typisches Beispiel sind Rauchschwalben, die eigentlich schon immer zu einem Reiterhof dazu gehörten. Der Gesang von Rauschwalben ist für mich ein wichtiger Teil des Sommerkonzertes aus Pferdeschnauben, Hufgetrappel, Gekicher und dem Fegen von Besen.

Rauchschwalben waren ursprünglich Höhlenbewohner (an Felswänden oder Steilküsten), haben aber gelernt sich Nester aus Lehm selbst zu bauen und suchen die Nähe zu Nutztieren. Viehställe haben dabei höhlenähnliche Bedingungen und genügend Mücken und Fliegen als Hauptnahrungsquelle geliefert. Aber selbst Rauchschwalben, die sich so gut an den Menschen angepasst haben, sind heute bedroht. Sie finden zwar immer noch genügend Fliegen und Mücken auf einem Pferdehof, manchmal aber nicht genug feuchten Lehm im Frühjahr oder überhaupt offene Ställe, um Nester anzulegen.

Ich höre immer wieder, dass Schwalbennester auf manchen Reiterhöfen sogar entfernt werden, was nicht nur gegen das Naturschutzgesetz verstößt, sondern aus meiner Sicht absolut unverständlich ist. Ich hätte gern Rauchschwalben in Glindow, schon allein, weil ich ihren Gesang vermisse. Und es gilt: „In dem Haus, in dem Schwalben ihre Nester bauen, zieht das Glück ein“. 😉

Bereits im letzten Frühjahr habe ich deshalb eine künstliche Nisthilfe am Unterstand angebracht. Diese Nisthilfe wurde allerdings nicht angenommen, weil der Standort wohl zu zugig und zu wenig „höhlenähnlich“ war…

Dieses Jahr starte ich einen neuen Versuch, Rauchschwalben bei uns anzusiedeln.

Falsch angebrachtes künstliches Rauchschwalbennest
Neuer Versuch

Auch Fledermäuse sollten eigentlich hinreichend Nahrung auf Pferdeweiden finden können, aber oft fehlen geeignete Quartiere wie Baumhöhlen oder lose Rinde, weil es zu wenig alte Bäume mit solchen Habitatstrukturen gibt. Dabei nutzen Spaltenbewohnende Fledermausarten auch gern Holz-Verschalungen oder Fensterläden der menschenlichen Siedlungen. Wie bei der Rauchschwalbe sind auch selbst Fledermausarten, die sich an den Menschen und seine Umgebung angepasst haben, vom Aussterben bedroht. Gebäudesanierung, glatte Fassaden und der Insektenrückgang macht unseren „Kulturfolgern“ wie Mauersegler, Schwalben oder bestimmten Fledermausarten zu schaffen.

Zumindest den Spaltenbewohnenden Fledermausarten wie Breitflügel- oder Zwergfledermaus kann jedoch mit künstlichen Ersatzquartieren geholfen werden.

Ich habe die Fledermauskästen und Rauchschwalbennester einfach beim NABU-Shop bestellt. Aber wer Spaß am Basteln hat, findet auch sehr viele Anleitungen zum selbst bauen von Nisthilfen. Eine gute, umfangreiche Broschüre mit Bauanleitungen, Artportraits, Lebensräumen, Nahrung und Hinweisen zum Anbringen der Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten findet man hier.

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