Frühlings-Greiskraut

Wie alle Greiskräuter enthält auch das Frühlings-Greiskraut (Senecio vernalis) Pyrrolizidinalkaloide und ist für Pferde giftig…

Nach meinem subjektiven Eindruck gibt es dieses Jahr besonders viel Frühlings-Greiskraut an Straßenrändern, Ackerstreifen, auf Brachen und sogar auf Grünland. Wo man auch hinsieht, alles ist gelb, zumindest „gefühlt“ und als Pferdehalter sieht man ja Giftpflanzen auch noch bei 130km/ha auf der Autobahn, quasi im vorbeifahren. Und auch auf unserer neuen Fläche, die wir gerade erst Ende März eingerichtet haben, ist „alles gelb“.

Ich weiß nicht, ob unsere Pferde schlau genug sind und das Greiskraut stehen lassen würden, aber bei der Menge wäre mir das Risiko einfach zu groß. Assan stand schon einmal auf einem Reiterhof mit extrem viel Jakobs-Greiskraut. Dort wurde es von den Pferden zunächst stehen gelassen (so dass es schön aussamen konnte) und wurde dann irgendwann, wenn die Weide abgenagt war, doch mitgefressen. Bekämpft wurde es dort mit einem Herbizid, das jedoch alle Zweikeimblättrigen Pflanzen, also alle Kräuter vernichtet, d.h. jeden Löwenzahn, jeden Spitzwegerich, jede Schafgarbe etc. Das führt zu noch mehr Kahlstellen und die Giftpflanzen haben dann noch mehr Platz, um sich auszubreiten. Bei uns verbietet es sich ohnehin schon aus Naturschutzgründen und man sollte eher für eine geschlossene Grasnarbe sorgen, anstatt Gift auf Flächen zu spritzen, die Nahrung für Weidetiere sein sollen.

Eine große Menge an Greiskräutern schädigt die Leber und kann letztlich zu einer Leberzirrhose führen. Assan hatte in dieser Zeit auch entsprechend schlechte Leberwerte. Als er umgestellt wurde und auf Weiden kam, auf denen nur vereinzelt Jakobs-Greiskraut vorkam, hat sich seine Leber wieder erholt. Was aus meiner Sicht dafür spricht, dass die Alkoloide bis zu einem gewissen Grad wieder abgebaut werden können und nicht wie in der Literatur beschrieben, kumulativ wirken.

Zum Glück ist das Frühlings-Greiskraut einjährig, so dass es reichen sollte, es am aussamen zu hindern. Im Gegensatz zum Jakobs-Greiskraut oder zur Graukresse, die zweijährig sind und man die Rosetten ausstechen sollte. Wobei es ja sowieso auch immer einen riesigen Samenvorrat im Boden gibt… Naja, wie auch immer, was können wir tun?

Wir haben die Hälfte der Fläche gemulcht und ausgezäunt. Und auf der anderen Hälfte, auf der nicht ganz so viel Greiskraut steht, ziehen wir die Giftpflanzen per Hand raus, so dass wir wenigstens noch einen Teil der Fläche als Weide nutzen können. Wir werden dann sehen, was passiert und wie es sich entwickelt.

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